„Text ist kein Lückenfüller, Text ist Interface“
Jessica Burri-Hanimann ist Global UX/CX Designer und hat gerade die UX-Writing Masterclass abgeschlossen. Als UX-Designerin im E-Commerce arbeitet Jessica täglich an komplexen User-Flows, vom Checkout bis zur Produktvariante. Warum UX-Writing für sie kein Feinschliff, sondern ein strategischer Hebel ist, erklärt sie im Gespräch.
„UX-Writing ist für mich kein Zusatzskill mehr, sondern Teil meiner Design-DNA.“
Jessica Burri-Hanimann, Global UX/CX Designer, Curaden
Jessica, welche Rolle spielt UX-Writing in deinem Job?
Als UX-Designerin im E-Commerce hilft mir UX-Writing vor allem dabei, strategische Entscheidungen greifbar zu machen. Gute Microcopy reduziert Reibung, schafft Orientierung und beeinflusst Conversion direkt.
In welchen Momenten wird das besonders sichtbar?
Gerade in komplexeren Flows, im Checkout, beim Filter oder bei Produktvarianten. Wenn dort etwas unklar ist, bricht die Performance sofort ein. Klarheit ist wirtschaftlich relevant.
„Klarheit ist wirtschaftlich relevant.”
Ihr arbeitet in einem globalen Setup, richtig?
Ja, wir betreiben einen globalen Webshop mit 22 Sprachen. Übersetzbarkeit und kulturelle Unterschiede sind eine riesige Herausforderung.
Was bedeutet diese Internationalität konkret für UX-Writing?
Man muss total vorausschauend denken. Ist eine Formulierung international verständlich? Funktioniert sie in anderen Märkten? Ist sie überhaupt übersetzbar? Copy ist bei uns nie nur lokal, sie muss skalierbar sein.
Gab es für dich einen Aha-Moment in Bezug auf UX-Writing?
Ja, als ich verstanden habe, dass UX-Writing kein Feinschliff ist.
Was meinst du damit?
Früher wurde Text oft am Ende eingefügt. Heute sehe ich ihn als Teil des Designprozesses. Text ist kein Lückenfüller, Text ist Interface.
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Was verändert das im Alltag?
Wenn Copy früh mitgedacht wird, werden Konzepte klarer. Und Diskussionen im Team konkreter. Man spricht nicht mehr nur über Layout, sondern über Verständlichkeit und Nutzerführung.
Wie viel Textkompetenz braucht ein*e UX-Designer*in?
UX-Writing ist für mich eine Kernkompetenz im UX-Bereich. Auf konzeptioneller Ebene ist es für alle UX-Designer*innen ein Muss. Ein gutes Sprachgefühl, Empathie für Nutzer*innen und ein Verständnis für Struktur, Tonalität und Informationsarchitektur sind essenziell für das Erschaffen guter Nutzererlebnisse.
„Wer sich operativ in das Thema UX-Writing reinfuchst, hängt davon ab, wer im Team die Textarbeit übernimmt.”
Wer sich dann auch operativ in das Thema reinfuchst, hängt davon ab, wer im Team dann die Textarbeit übernimmt und wer für die Qualitätskontrolle verantwortlich ist. Das kann jemand im UX-Team sein, aber auch beispielsweise jemand aus der Kommunikation.
Was hat dir die UX-Writing Masterclass konkret gebracht?
Sie hat mir geholfen, UX-Writing strategisch einzuordnen.
Inwiefern?
Ich kann heute klarer argumentieren, warum UX-Writing business-relevant ist. Es geht nicht nur um schöne oder korrekte Worte. Es geht um Conversion, Orientierung, Konsistenz.
„Es geht nicht nur um schöne oder korrekte Worte. Es geht um Conversion, Orientierung, Konsistenz.”
Du hast ein Marketing- und Content-Team im Unternehmen. Was bedeutet das für dich mit Blick auf UX-Writing?
Mein Ziel ist es, das Gelernte intern weiterzugeben, zum Beispiel in Form einer Schulung.
Warum ist dir das wichtig?
Weil UX-Writing am besten wirkt, wenn alle im Unternehmen user-centered schreiben. Es geht um Konsistenz und darum, dass wir nicht einfach Marketing-Texte produzieren, sondern Nutzende durchgehend verständlich führen.
Wenn du UX-Writing in einem Satz beschreiben müsstest?
UX-Writing macht strategische Entscheidungen sichtbar, in Sprache.
„UX-Writing macht strategische Entscheidungen sichtbar, in Sprache.”
Dein persönliches Fazit?
UX-Writing ist für mich kein Zusatzskill mehr, sondern Teil meiner Design-DNA.
Vielen Dank, Jessica!